Sabine Vogel `s Nest
 
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~ Making of... Mynok ~
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In diesem Making of zeige ich Ihnen wie es weitergeht wenn alle Teile modelliert, die Gipsformen gebaut und bereit zum Ausgießen sind.

Alles Leben begann in und mit der Ursuppe.
Bei meinen kleinen Menschen aus Porzellan ist das auch nicht anders.
Auf dem Bild sehen Sie die Porzellanmasse, sie hat eine Konsistenz wie dicke Sahne.


Das ist die Gipsform von Mynoks Kopf; voll gegossen mit Porzellanmasse.
Der Gips saugt das Wasser aus der Masse und es bildet sich eine Schlickschicht innen an der Formwand.
Wenn die Schicht dick genug ist, gieße ich das flüssige Innere wieder raus und stelle die Form mindestens eine Stunde weg.


In der Zeit wird der Porzellanrohling in der Form fester, sozusagen "Lederhart".
Er löst sich von der Gipswand und ich kann die Form öffnen und den Kopf herausnehmen und bearbeiten.

 


Das Porzellan ist jetzt von der Konsistenz weichen Tones und ich kann die Feinheiten des Gesichtes ausmodellieren. Deshalb gibt es auch keine zwei gleichen Gesichter.

So sieht z.B. das Ohr aus wenn ich die Form öffne.

 

Jetzt ist Mynok fertig und kann in Ruhe trocknen. Er hat es sich verdient, er hat tapfer durchgehalten!

 


So, jetzt wird´s warm!

Nachdem Mynok endlich trocken hinter den Ohren war, durfte er sich im Brennofen ein wenig aufwärmen.


Bei über 700°C kam er auch ganz gut ins Schwitzen und seine kleinen Porzellanpartikel kuschelten sich so fest aneinander das er sich nicht mehr auflöste als ich ihn ins Wasser lege.

 


Die Härte des Porzellans ist immer noch so, wie getrockneter Ton. Aber es ist durch den Brand wasserfest geworden.

 


Es gibt viel zu tun, all die Unebenheiten müssen glatt geschliffen werden.

 


Das ist meine "Schleifabteilung" mit den Utensilien: Schwamm, Seidenstrumpf, Stecknadel und die Augenschleifkugeln, mit denen ich die Augenhöhlen von hinten ausschleife damit das Auge später ganz genau passt.Dann darf Mynok sich noch einmal ausruhen und trocknen, bevor ich ihn noch einmal auf letzte Kratzer überprüfe und dann zum alles entscheidenden Scharfbrand in den Brennofen packe.

Das ist der Brand in dem das Porzellan richtig hart wird und auch um gut 15% schrumpft, weil die Porzellanpartikel noch weiter zusammenrutschen.

Der Ofen mühte sich tapfer die letzten Grade hinauf und hat das Ziel am späten Nachmittag endlich erreicht.


Mynok hat den Scharfbrand glücklich überlebt.
Jetzt habe ich alle Teile für den Körper zusammen.

 


Für die Hauttönung habe ich eine Spezialmischung, die trage ich hier mit dem Schwämmchen auf den Oberkörper auf.


Während des Tönens stecke ich mir die Körperteile auf einen oder zwei Finger, oder halte sie auf zwei Stöcken, wie hier die Hand.
Es ist sehr wichtig die bemalten Teile nicht zu berühren, denn dann ist die Farbe sofort wieder ab und man hat eine helle Stelle.


Die fertigen Teile stecke ich auf Brennhilfen, damit sie nicht durch den Ofen kullern.
Wenn alle Teile getönt sind geht es ab, eine Runde schwitzen bei ca. 715°C.

 


Nach vielen Ofengängen (für jede Farbschicht einen), sieht Mynok dann so aus. Er hat jetzt alles was nötig ist, Wimpern, Augenbrauen, Lippen hier und da eine Hauch und etwas das aussieht wie...Bartschatten?


Ach ja, Finger und Fußnägel sollten auch nicht fehlen.


"Was ist denn jetzt los...es ist plötzlich alles so hell?
Du meine Güte...ich habe Augen...ich kann sehen!"
"Und was ist das? Hände...ich hab Hände!
Wahnsinn!"
"Mir....ist.....kalt! Krieg ich denn auch was zum anziehen?"


Drei Tage später....
Die Sachen die ich Mynok genäht habe scheinen ihm sehr zu gefallen.
Er ist in den Garten gegangen und schaut sich ein wenig um.


Dann ist er auf den großen Stein geklettert um sich im Garten umzusehen.

Ich hoffe der kleine Einblick hat ihnen gefallen

Gedauert hat das Ganze von einem 11. Mai bis zum 10. Juli, also fast genau zwei Monate.
Die Zeit für das Modellieren und der Formenbau muss natürlich noch dazu gerechnet werden.

Ihre
Sabine Vogel

 

© Sabine Vogel

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