Sabine Vogel `s Nest
 
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Newcomerin SABINE VOGEL Bewegliche Figuren aus Porzellan
In der Dollami (jetzt Dolls Puppen) von Christiane Freitag
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Uns fiel die junge Künstlerin erstmals beim Neustadter Puppenfestival auf.
Die für ein solch junges Talent ungewöhnliche Qualität ihrer Objekte machte uns neugierig.

Wir besuchten Sabine Vogel in ihrer Heimatstadt Bielefeld und waren erstaunt und überrascht zugleich!

Die sehr bescheidene 27jährige ist als Puppenkünstlerin in beinahe allen Kriterien eine Ausnahmeerscheinung und fällt aus jedem Raster. Für eine Puppenkünstlerin ist sie nicht nur an Jahren sondern auch an Erfahrung jung. Erst seit drei Jahren fertigt sie ihre beweglichen Figuren aus Porzellan. Das Talent fürs Modellieren steckt auf eine geheimnisvolle Weise in Ihren Händen.



"Ein Faible für das Modellieren hatte ich eigentlich schon immer"
bekräftigt Sabine Vogel. Sie hat nie einen Puppen oder Modellierkurs belegt und sie hat auch nur einmal eine Reproduktion einer Künstlerpuppe angefertigt. Aber im Alter von zehn Jahren hatte sie bereits erste Modellierversuche mit Ton gestartet, die eigentlich nicht wie "Versuche" aussehen. Einige Jahre später - als Vorlage diente ein Buch - entstand ein tanzender Indianer aus Keramik, bereits mit ausmodellierten Details.



Vor drei Jahren dann begann sie, sich mit dem Thema "Puppe"zu beschäftigen. Das notwendige technische Wissen eignete sie sich selbst an: Sie las Bücher zum Thema Formenbau und unterhielt sich mit anderen Künstlerinnen, die mit Porzellan arbeiteten. Sie schaute sich antike Puppen mit Gelenken an und studierte anhand von Anatomiebüchern die Proportionen des menschlichen Körpers. Schließlich entwickelte sie ihre beweglichen Figuren aus Porzellan mit den 14 Gelenken ( die übrigens völlig anders als die bekannten Gelenkpuppen gefertigt sind ), so dass eine größtmögliche Bewegung und Stellung möglich ist.
Die Puppen sind wohl das, wonach ich unbewusst immer gesucht habe, um mich künstlerisch voll entfalten zu können"
so Sabine Vogel. Wie Recht sie damit hat, zeigen die Erfolge, die sich beinahe auf Anhieb einstellten. 1992 stellte sie ihre Objekte auf dem "European Doll Guild Congress" in Hamburg aus und erhielt für dem Punker "Rufio" den Sonderpreis für die beste Idee. Hier knüpft sie auch erste Kontakte mit anderen Puppenkünstlern und erhielt einen Einblick in die Puppenszene.
Es folgten verschiedene Ausstellungen in der Umgebung von Bielefeld. 1994 beteiligte sie sich am "Gläsernen Feenstab" (Internationaler Preis für Puppenkunst) und gewann auf Anhieb hier den Publikumspreis.



Wo hat sie nur diese tollen Design-Ideen her, mit denen sie die beweglichen Figuren entstehen lässt?

Das sie ganz einfach, meint Sabine Vogel. Sie sieht viel fern, geht oft ins Kino und marschiert überhaupt mit offenen Augen
durch die Welt.
Irgendetwas muss sie an einer Figur oder einem Gesicht faszinieren, um sie in Porzellan entstehen zu lassen. Auftragsarbeiten oder Porträts nach Vorlage mag sie daher nicht so gerne fertigen.
Einen besonderen Reiz hat für die Künstlerin der Entstehungsprozess, der Vorgang, währenddessen eine Idee Gestalt annimmt. Vorzugsweise modelliert sie junge Menschen, weil ihr Kinder zu lieb und noch nicht aussagekräftig genug sind.
"In Kindergesichter lässt sich zuviel hineininterpretieren. Bei jungen Menschen ist schon ein charaktervoller Gesichtsausdruck vorhanden, der aber wiederum noch nicht so ausgereift und entwickelt ist wie bei alten Menschen"

Sabine Vogel fertigt nur Einzelstücke oder kleine Serien. Etwas anderes momentan auch nicht möglich, denn die junge Künstlerin hat lediglich einen kleinen Raum zum Modellieren, Malen, Schleifen und Nähen. Der Brennofen befindet sich im Keller und noch läuft das künstlerische Leben trotz der Erfolge eher "so nebenbei". Im Hauptberuf ist die junge Frau Floristin. Den Puppen zuliebe wurde der Beruf schon ein wenig reduziert, aber so ganz aufgegeben werden soll er zumindest im Moment noch nicht.
Sabine Vogel ist zu realistisch, um nach einigen Erfolgen gleich alles andere aufzugeben.
Sie gehört in allem zu einer neuen Generation von Puppenkünstlerinnen:
Bescheiden und dabei selbstbewusst stehen sie dem eigenen Können durchaus auch kritisch gegenüber. Mit brillanten, außergewöhnlichen und völlig neuen Ideen schaffen sie eine Puppenkunst, die Qualität und Originalität zu vereinen weiß.

(Text Christiane Freitag/ Fotos Sabine Vogel)

© Sabine Vogel

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