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Mädchen in Samt und Seide sucht man bei der jungen Bielefelderin
vergeblich.
Ihre Puppen sind oft Traum- oder Phantasiegestalten mit originellen Kleidungsstücken
und oft versonnenen Gesichtern.
Sie scheinen in die Ferne zu schauen, irgendwohin zwischen Traum und Wirklichkeit,
scheinen nur sich selbst zu gehören
und nehmen den Betrachter doch mit in ihre Welt hinein.

Ihre Fähigkeiten, Gesichter zu modellieren und Körper zu schaffen
hat die 29jährige sich selbst beigebracht,
an einem Puppen- oder Modellierkurs hat sie nie teilgenommen. Sie hat
schon als Kind viel und gerne gebastelt
und dabei ein Gefühl für Material und Formen entwickelt.
"Später, ich war etwa zehn Jahre
alt, fanden wir Ton im Garten. Ich war begeistert was man alles daraus
formen konnte. Es entstanden Elefanten, Pferdchen und vieles mehr. Ein
paar Jahre später modellierte ich den "tanzenden Indianer",
erzählt sie. Bis sie sich auf das Modellieren von Gesichtern
konzentrierte vergingen aber noch einige Jahre.
Erst als sie in London vor den Wachsfiguren Madame Tussauds stand, wurde
ihr klar, wohin sie wollte:
";Ich wollte nichts lieber als Menschen
und Gesichter modellieren, und zwar so lebendig wie möglich";.
Seit fünf Jahren arbeitet sie mit Porzellan und stellt Figuren her,
die nicht nur ausdrucksstarke Gesichter haben, sondern auch einen eigenen
Körperausdruck. Er ergibt sich aus der Beweglichkeit, die Sabine
Vogel ihren Puppenkörpern durch Gelenke gibt.
Auf sie war die Jury des "Internationalen Preises für Puppenkunst
1994" aufmerksam geworden, als sie "Manu ein Junge aus der Urzeit"
eingereicht hatte und mit ihm gewann sie auch gleich einen Publikumspreis.
Über diesen und andere Preise freut sich Sabine Vogel, denn sie geben
ihr Mut, auf dem bereits eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Noch bedeutender
aber sind für sie die unsichtbaren Auszeichnungen.
"Es ist natürlich schön einen Preis zu gewinnen. Es macht
mir aber noch mehr Freude, wenn ich höre, dass sich Menschen jeden
Tag aufs an meinen Figuren erfreuen und sich von ihnen angesprochen fühlen.
Wenn sie nicht wie ein Dekorationsobjekt zu den anderen Sachen aufs Regal
gestellt, sondern fast wie ein ´Familienmitglied´ betrachtet
werden und den schönsten Platz im Zimmer erhalten."

Der Gesamtausdruck ist für die junge Puppenmacherin von großer
Bedeutung. "Ich liebe den Körper und möchte ihn so schön
und perfekt modellieren wie ich nur kann", erklärt sie. "Der
Betrachter soll später dieselbe Faszination empfinden die das lebende
Vorbild der Figur auf mich ausgeübt hat". Mit ´perfekt´
sei aber nicht die wirklichkeitsgetreue Nachahmung gemeint, sondern ihre
Vorstellung der Figur.

"Ich strebe nicht danach das Leben
zu kopieren, sondern es zu verstärken und etwas Eigenständiges
zu schaffen".
Faszinieren lässt sie sich von Menschen mit ausgeprägten Charakteren,
von Gesichtern die eine Geschichte erzählen.
"Meist ist es irgendwas in den Augen oder der Ausdruck des Mundes,
der mich anzieht. Es ist fast so, als würde ich mich darin verlieben,
und dieser Liebe möchte ich Gestalt geben". Ihre Hingabe an
die Puppen wird in deren Ausdruck und ihrer Haltung sichtbar: Es sind
Individuen mit eigenen Geschichten, die manchmal mehr dem Traum, manchmal
mehr der Wirklichkeit angehören.
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