Sabine Vogel `s Nest
 
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„Ich schaffe mir meine eigene Welt“
Sabine Vogels „Bewegliche Figuren“
von Andrea Lorenzen

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Es besteht kein Zweifel, die junge Frau an dem Ausstellungsstand liebt Sciencs-Fiction und hat Phantasie.
Vor mir auf dem Tisch steht eine düstere Gestalt mit rotschwarz bemaltem Gesicht und schwarzem Umhang.
"Darth Maul" aus dem Film StarWars Episode 1. "Ich war so fasziniert von ihm, ich musste ihn einfach nacharbeiten.
Aber ich habe ihn nur für mich gemacht!", sagt die junge Frau ganz bescheiden und tritt hinter der Figur hervor.
Die junge Frau heißt Sabine Vogel und ist seit Mitte der 1990er Jahre ein fester Teil der deutschen Puppenkünstlerszene.



Was Sabine Vogel in ihrem Leben auch immer anfing, heute scheint es so, als habe alles zum Puppenmachen geführt.
Sie beschreibt sich selbst als schüchternes Kind, das zu basteln und modellieren begann, um Aufmerksamkeit zu erregen und ihre eigene Welt zu erschaffen. Dass daraus jemals mehr werden könnte, daran dachte damals niemand. Im Gegenteil: ihre Familie stand ihren Fähigkeiten sehr kritisch gegenüber "Kunst" war nicht der Weg, den sie einschlagen sollte. Dennoch erhält Sabine Vogel heute von ihren Eltern große Unterstützung. "Meine Eltern begleiten mich auf Ausstellungen und sind meine schärfsten Kritiker".
Puppen traten erst bei einem Besuch von Madame Tussaud´s in ihr Leben. Nachdem sie die Figuren in der Ausstellung gesehen hatte, wusste sie, was sie wollte: Menschen modellieren und zwar so realistisch und lebensecht wie nur möglich, mit einer Seele. Sabine Vogel vermeidet selbst den Begriff "Puppe2und nennt ihre Schöpfungen "Figuren". Bei Puppen erwarten die meisten Menschen niedliche Gesichter und kleine Kinder in hübschen Kleidern. Ihre Figuren kommen dagegen aus anderen Welten, in denen Wesen manchmal Hörner aus ihren Köpfen wachsen, in denen Kinder in Schneckenhäusern wohnen und Kleidung tragen, die ganz Sabine Vogels Phantasie entspringt.



"Das Modellieren von Gesichtern und Körpern ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden" ein Ausdruck von Liebe und Hingabe. Deshalb ´produziere´ ich meine Figuren nicht, sondern erschaffe jede einzelne zunächst einmal für mich. Sie sind dann wie meine Kinder, die ich zum ersten Mal voller Stolz und mit Liebe betrachte." Etwas machen zu ´müssen´, gar ein Pensum zu schaffen widerstrebt Sabine Vogel zutiefst: " Das käme einem Zwang gleich, der die Liebe und den Spaß daran, wie ich meine Figuren erstelle, in Arbeit verwandeln würde." Schließlich möchte sie der fertigen Figur die gleichen Gefühle entgegenbringen können, wie dem lebenden Vorbild. Diese Vorbilder entstammen ihrer Nachbarschaft, Kinofilmen oder Fotos. Wie schnell sie schließlich etwas umsetzt, variiert jedoch sehr stark. "Das hockende Kind hing fast zwei Jahre an meiner Pinnwand, bevor ich mich aufmachte es zu modellieren."



"Porzellan ist wie menschliche Haut"
Sabine Vogel erschafft ihre Figuren ganz aus Porzellan. Um ein Höchstmaß an Beweglichkeit zu erlangen, besitzen sie jeweils vierzehn unauffällige Gelenke. Bevor eine solche Figur jedoch fertig gestellt ist, muss die Künstlerin zunächst ein Modell erstellen. Für ein solches Modell verwendet sie Plastilin. "Ton trocknet zu schnell aus. Ich möchte auch kreative Pausen machen können ohne die Arbeit ständig feucht halten und verpacken zu müssen". Die fertigen Figuren sind stets aus Porzellan, denn Sabine Vogel schätzt dieses Material sehr. Es lässt sich filigran bearbeiten und detailliert ausarbeiten und nicht zuletzt kommt es der Menschlichen Haut sehr nahe. Kein anderes Material hat eine solche Tiefe.

Und wie geht es weiter?
"Ich bin selber gespannt, wohin mich mein Weg führt."
Wir verfolgen auch zukünftig gespannt den Weg von Sabine Vogel und wünschen ihr weiterhin alles Gute und:
"möge die Macht mit ihr sein".

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© Sabine Vogel

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