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Es besteht kein Zweifel, die junge Frau an dem Ausstellungsstand liebt
Sciencs-Fiction und hat Phantasie.
Vor mir auf dem Tisch steht eine düstere Gestalt mit rotschwarz bemaltem
Gesicht und schwarzem Umhang.
"Darth Maul" aus dem Film StarWars Episode 1. "Ich war
so fasziniert von ihm, ich musste ihn einfach nacharbeiten.
Aber ich habe ihn nur für mich gemacht!", sagt die junge Frau
ganz bescheiden und tritt hinter der Figur hervor.
Die junge Frau heißt Sabine Vogel und ist seit Mitte der 1990er
Jahre ein fester Teil der deutschen Puppenkünstlerszene.

Was Sabine Vogel in ihrem Leben auch immer anfing, heute scheint es so,
als habe alles zum Puppenmachen geführt.
Sie beschreibt sich selbst als schüchternes Kind, das zu basteln
und modellieren begann, um Aufmerksamkeit zu erregen und ihre eigene Welt
zu erschaffen. Dass daraus jemals mehr werden könnte, daran dachte
damals niemand. Im Gegenteil: ihre Familie stand ihren Fähigkeiten
sehr kritisch gegenüber "Kunst" war nicht der Weg, den
sie einschlagen sollte. Dennoch erhält Sabine Vogel heute von ihren
Eltern große Unterstützung. "Meine Eltern begleiten mich
auf Ausstellungen und sind meine schärfsten Kritiker".
Puppen traten erst bei einem Besuch von Madame Tussaud´s in ihr
Leben. Nachdem sie die Figuren in der Ausstellung gesehen hatte, wusste
sie, was sie wollte: Menschen modellieren und zwar so realistisch und
lebensecht wie nur möglich, mit einer Seele. Sabine Vogel vermeidet
selbst den Begriff "Puppe2und nennt ihre Schöpfungen "Figuren".
Bei Puppen erwarten die meisten Menschen niedliche Gesichter und kleine
Kinder in hübschen Kleidern. Ihre Figuren kommen dagegen aus anderen
Welten, in denen Wesen manchmal Hörner aus ihren Köpfen wachsen,
in denen Kinder in Schneckenhäusern wohnen und Kleidung tragen, die
ganz Sabine Vogels Phantasie entspringt.

"Das Modellieren von Gesichtern und
Körpern ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden" ein Ausdruck
von Liebe und Hingabe. Deshalb ´produziere´ ich meine Figuren
nicht, sondern erschaffe jede einzelne zunächst einmal für mich.
Sie sind dann wie meine Kinder, die ich zum ersten Mal voller Stolz und
mit Liebe betrachte." Etwas machen zu ´müssen´,
gar ein Pensum zu schaffen widerstrebt Sabine Vogel zutiefst: " Das
käme einem Zwang gleich, der die Liebe und den Spaß daran,
wie ich meine Figuren erstelle, in Arbeit verwandeln würde."
Schließlich möchte sie der fertigen Figur die gleichen Gefühle
entgegenbringen können, wie dem lebenden Vorbild. Diese Vorbilder
entstammen ihrer Nachbarschaft, Kinofilmen oder Fotos. Wie schnell sie
schließlich etwas umsetzt, variiert jedoch sehr stark. "Das
hockende Kind hing fast zwei Jahre an meiner Pinnwand, bevor ich mich
aufmachte es zu modellieren."

"Porzellan ist wie menschliche Haut"
Sabine Vogel erschafft ihre Figuren ganz aus Porzellan. Um ein Höchstmaß
an Beweglichkeit zu erlangen, besitzen sie jeweils vierzehn unauffällige
Gelenke. Bevor eine solche Figur jedoch fertig gestellt ist, muss die
Künstlerin zunächst ein Modell erstellen. Für ein solches
Modell verwendet sie Plastilin. "Ton trocknet zu schnell aus. Ich
möchte auch kreative Pausen machen können ohne die Arbeit ständig
feucht halten und verpacken zu müssen". Die fertigen Figuren
sind stets aus Porzellan, denn Sabine Vogel schätzt dieses Material
sehr. Es lässt sich filigran bearbeiten und detailliert ausarbeiten
und nicht zuletzt kommt es der Menschlichen Haut sehr nahe. Kein anderes
Material hat eine solche Tiefe.
Und wie geht es weiter?
"Ich bin selber gespannt, wohin mich mein Weg führt."
Wir verfolgen auch zukünftig gespannt den Weg von Sabine Vogel und
wünschen ihr weiterhin alles Gute und:
"möge die Macht mit ihr sein".
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