Sabine Vogel `s Nest
 
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Sabine Vogel: Persönlichkeiten voller Leben
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Schon im Alter von fünf Jahren begann Sabine Vogel mit dem Modellieren kleiner Tonmännchen die sie noch heute aufbewahrt und gerne anschaut und anfasst, sie sind doch lebendige Zeugen ihrer künstlerischen und persönlichen Entwicklung.

Auch während ihrer Tätigkeit als Floristin widmete sie dem Modellieren und er Bildhauerei viel Zeit; 1992 kann dann die Arbeit mit Porzellan hinzu. Schon während ihrer Ausbildung merkte Sabine Vogel, dass sie in dem Beruf der Floristin nicht glücklich werden würde. Die Unzufriedenheit wuchs von Jahr zu Jahr, doch Zweifel und Ängste ließen sie bis Mai letzten Jahres zögern den entscheidenden Schritt zu wagen: die Kündigung und den Sprung ins kalte Wasser der Selbständigkeit. Es hat sich gelohnt, denn heute ist Sabine Vogel glücklicher und zufriedener denn je.



Neue Ebenen Entdecken

Statt mit unguten Gefühlen ins Geschäft zu gehen, beginnt sie nun jeden neuen Tag mit einem Spaziergang oder einer Meditation, bevor sie sich in ihrem Atelier an die Arbeit mit ihren Puppen und Objekten begibt. Und dieses Gefühl der inneren Ruhe und Gelassenheit braucht sie auch für ihre Kunst, denn wenn es ihr schlecht geht, überträgt sich dies auch auf ihre Figuren und Sabine Vogel möchte doch vor allem positive Eindrücke mit ihrer Arbeit vermitteln. Sie hat sich in letzter Zeit viel mit spirituellen Themen beschäftigt und versucht seitdem hinter die offensichtlichen Dinge zu schauen und andere Ebenen zu erkunden. Diese Einstellung hat sich natürlich auch in ihrer Kunst niedergeschlagen: Sabine Vogel erschafft neue, eigene Welten, von denen sie überzeugt ist, dass sie so auch wirklich existieren könnten. Es geht jedoch nicht um eindimensionale Abbilder, sondern um die Darstellung lebendiger Persönlichkeiten, sie möchte die Seele darin zum Ausdruck bringen.

Ihr neues Lebensmotto heißt Leben im Jetzt, weg vom Zurückbleiben in der Vergangenheit und der Angst vor einer ungewissen Zukunft. Wichtig ist das Heute, das Hier und Jetzt, das es gilt mit Leben zu füllen und zu genießen. Genau dies möchte sie auch mit ihren Figuren ausdrücken – und es gelingt ihr.



Höchstmaß an Beweglichkeit

Die Lebendigkeit ihrer Kunstwerke zeigt sich nicht zuletzt in der für Porzellanpuppen außergewöhnlichen Beweglichkeit, die die Künstlerin durch das Einsetzen von bis zu vierzehn Gelenken erreicht. Bevor sie allerdings die perfekte Technik ihrer Gelenke entwickeln konnte, musste sie erst einmal Anatomiebücher studieren, Zeichnungen anfertigen und immer wieder alles neu ausprobieren. Aber es hat sich gelohnt, die Gelenke sind u. a. durch schmückende und verdeckende Accessoires sehr unauffällig und ermöglichen doch ein Höchstmaß an Beweglichkeit.



Ein einheitliches Gesamtbild ihrer Figuren ist für Sabine Vogel sehr wichtig. Dazu gehört nicht nur die saubere Verarbeitung des Porzellans, auch die Kleidung muss im Stil und Farbton perfekt passen, deshalb bemalt sie die Stoffe, die sie braucht auch eigenhändig. Wie viel Zeit sie für die Fertigung einer einzelnen Figur benötigt, kann Sabine Vogel nicht sagen. Schließlich ist es nicht so, dass sie schon vorher ein Bild von dem Ergebnis im Kopf hat, nein, sie arbeitet aus dem Bauch heraus, rein intuitiv und lässt die Puppe selbst ihre Persönlichkeit entdecken und ein Eigenleben entwickeln. Und so sind es die einzelnen Objekte, die bestimmen wie lange der Herstellungsprozess dauert. Die Künstlerin selbst steht auf dem Standpunkt, lieber zu viel als zu wenig Zeit hineinzustecken.


Text: Petra Hofmann / Fotos: Sabine Vogel

© Sabine Vogel

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