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Beauty ideals, the girl Tuk Tuk
Schönheitsideale,
das Mädchen Tuk Tuk
Hier möchte ich Ihnen meine Arbeit über das Thema Schönheitsideale
vorstellen.
Ein Thema das mich sehr bewegt hat.
Das Mädchen Tuk Tuk vereint die Schönheitsideale verschiedener
Kontinente und Völker.

Tellerlippen
Ein schmerzvolles traditionelles Schönheitsideal.
In Äthiopien tragen die Frauen der Surma einen Lippenteller, ein
derzeit ca. 50.000 Menschen zählendes Volk. Eine Frau ohne Lippenteller
ist in den Augen der Surma-Männer unattraktiv.
Eine große Lippenplatte bringt bis zu 50 Stück Vieh als Brautpreis.
Nach Eintritt der Pubertät wird den Frauen daher die Unterlippen
durchbohrt
und durch einsetzen von immer größeren Scheiben aufgedehnt.
Damit dieser Lippenteller horizontale Halt gewinnt und nicht auf Grund
seines Gewichtes mit der Lippe nach unten hängt, erhält die
Scheibe einen Gegenhalt in einer Zahnlücke des Unterkiefers. Diese
Lücke, wird durch herausbrechen der beiden unteren Schneidezähne
erzielt. Es kann daher vorkommen, dass 20 Jahre alte Frauen schon Teller
mit einen Durchmesser von bis zu 15 cm tragen.
Der Maximaldurchmesser, dieser aus Ton als auch aus Holz bestehenden Lippenteller,
kann bis zu 25 cm betragen. Die Frauen stellen die Teller aus Holz, oder
aus Ton her. Der Ton wird in passender Größe geformt, die Oberfläche
ist oft mit einfachen Motiven verziert, rundherum mit einer Rille versehen
und in der Sonne gehärtet

Übrigens dürfen die Frauen Gegenwart der Männer ihre Lippenteller
auch beim Essen und
Trinken nicht abnehmen. Sie sind es gewohnt, in kleinen Portionen zu essen.
Einst sollte dieser ungewöhnliche Brauch die Frauen für die
arabischen Sklavenjäger uninteressant machen,
heute ist es zu einem Schönheitsideal geworden. Ein nicht weniger
schmerzvolles traditionelles Schönheitsideal der Surma ist, ihren
Körper mit Narben zu verzieren. Ein Foto für Touristen
vor Ort "kostet" umgerechnet 12 Cent, will man eine Frau mit
dem Lippenteller ablichten,
ist der Preis etwas höher.
Der Giraffenhals
der Padaung
Schmerzen gehören zur Geschlechtszugehörigkeit dazu.
Sie nennen sich selber Padaung, was sich auf den Halsschmuck der Frauen
bezieht.
Übersetzt bedeutet pa drumherum ; und daung ist die Bezeichnung
für "glänzendes Metall".
Damit sind die Messingringe gemeint, die die Frauen um ihren Hals tragen.
Dazu tragen sie noch Messingringen an den Füßen und Silberreifen
an den Armen.
Die Mädchen bekommen ab dem fünften Lebensjahr den erste Halsring
umgelegt für das die Eltern dann von den künftigen Schwiegereltern
einen beträchtlichen Brautpreis verlangen können.
Der Hals des Mädchens wird mit einer Salbenrezeptur eingerieben und
einige Stunden massiert,
um die Halsmuskulatur zu entspannen bevor der Ring angelegt werden, Stoffpolstern
milderten
nicht nur den Schmerz, sondern vermieden so auch Abschürfungen.
Jedes Jahr wird dem Mädchen ein Ring mit mehr Windungen angelegt.
Dadurch kann der Kopf immer weiter von den Schultern weggedehnt und die
Schlüsselbeine heruntergedrückt werden.
Nach einigen Jahren ist die Halsmuskulatur verkümmert und kann das
Gewicht des Kopfes nicht mehr tragen, die Messingringe übernahmen
praktisch ihre Aufgabe und stützen den Hals nun als eine Art Gestell.

Eine erwachsene Frau trägt fünf bis zehn Kilo des massiven Messings
mit bis zu
fünfundzwanzig Windungen um den Hals, was ihr Körpergewicht
folglich auch erhöhte.
Die Frauen müssen im Alltagsleben sehr vorsichtig sein, wenn sie
sich waschen oder anziehen.
Während sie schlafen, muss ihr Hals auf einem hohen Kissen aus Bambus
liegen, das das Gewicht der Ringe tragen hilft. Außerdem sind die
Padaung Frauen nicht mehr in der Lage nach unten zu sehen oder ihr Kind
beim Stillen anzuschauen.
Wespentaille
Lächeln, lächeln ... auch wenn es weh tut.
Das Schönheitsideal der Europäerinnen war die Wespentaille,
weshalb sie sich lange Zeit den Atem mit Korsetts zugeschnürt und
die die Taille bis auf fünfunddreißig cm zusammengezogen. Bereits
12jährige Mädchen mussten diese Prozedur ertragen, um dem gängigen
Schönheitsideal zu entsprechen. Durch das Einschnüren wurde
nicht nur die schmale Taille betont, sondern auch die Brust hervorgehoben,
denn es galt auch die Devise- je üppiger der Busen, desto besser.

Um 1900 setzte sich auch noch die "sens- ventre-Linie "ohne
Bauch" durch, bei der das Korsett Bauch und Hüften so stark
wegdrückte, dass das Gesäß hervorgehoben wurde und ein
Hohlkreuz entstand. Die Frauen sahen von der Seite wie ein großes
"S" oder wie eine "Ente" aus.
Alle inneren Organe wurden dabei sehr schmerzhaft zusammengequetscht.
Nicht selten brachen die Rippen. Im Jahre 1859 starb eine junge Dame,
die von allen wegen ihrer schönen schlanken Taille bewundert wurde.
Die Familie wollte wissen, wieso sie so jung gestorben war und ließ
eine Autopsie vornehmen. Man kam darauf, dass sich drei Rippen in die
Leber gebohrt hatten.
So starb diese junge Frau mit 23 Jahren an einem Korsett!
Und als sei das noch nicht genug musste Frau, um dem Schönheitsideal
zu entsprechen, trotz ihres
eingeschnürten Körpers auch noch "tonnenschwere" Kleidung
durch die Gegend tragen.
Natürlich alles aus freiem Willen und mit einem Lächeln.
Einem Werbespruch zufolge lernen Korsettträgerinnen zwangsläufig
Unbequemlichkeiten und auch
zuweilen Schmerzen auszuhalten, zu dulden und zu ertragen. Sie sind leidensfähiger
und dadurch auch duldsamer und einfühlsamer als Menschen, die eine
solche langwierige Prozedur nie erlebt haben.
Goldlotus oder Lilienfuß
Wer schön sein will muss leiden das galt auch im alten China.
Für über tausend Jahre wurde in China die Schönheit der
Frauen an ihren Füssen gemessen.
Um den chinesischen Männern zu gefallen und sich die Chance auf eine
Heirat zu erhalten,
mussten sich die Frauen im Reich der Mitte die Füße verkrüppeln.
Eine Frau mit normal gewachsenen Füßen hatte keine Heiratschance.

Beim ersten Einbinden, ab zwei Jahren wurden die vier kleinen Zehen mit
meterlangen strammen Bändern unter die Fußsohle gebunden, bis
die Knochen brachen. Nur der große Zeh blieb stehen.
Dann wurden Ferse und Zehen fest zusammengeschnürt, so dass der Mittelfußknochen
sich bogenförmig hochbog oder brach. Der Fuß sollte später
an eine Mondsichel erinnern.
Die Mädchen verloren bei dieser Prozedur meist vor Schmerz das Bewusstsein
oder schrieen so sehr,das ihnen ihre Mutter eine Knebel in den Mund steckte.
Jeden Tag wurden die Bandagen noch fester um den Fuß gewickelt.
Das hatte zur Folge, dass die Haut abfaulte, die Zehennägel einwuchsen,
oder gleich ganz abstarben und abfielen.
Jeden Tag musste faules Fleisch abgeschnitten werden und Knochensplitter
eiterten heraus.
Manchmal half die Mutter dem Fäulnisprozess nach und gab Porzellanscherben,
Schlamm oder Würmer unter die Binden. Teng ist das chinesische Wort
für die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.
Es bedeutet "lieb haben, verwöhnen", aber auch "weh
tun".
Besonders schlimm war auch der schreckliche Geruch der Füße.
Die Deformierung dauerte etwa drei Jahre, danach waren die Füße
praktisch tot.
Das Idealmaß betrug ganze 7,5 Zentimeter!
Tugendhaft war eine Frau, die das Haus nicht verließ. Auf den gebundenen
Fußklumpen konnte sie nur humpeln und war an das Haus gefesselt.
Wohlhabende Damen ließen sich in Sänften tragen, oder aber
von ihren Dienern Huckepack. Die, die sich das nicht leisten konnten,
drückten sich wie Stöcke an der Wand entlang. Manche sollen
sich auch auf zwei Hockern kniend durch das Haus geschoben haben.
Wenn man bedenkt das an dieser Tradition gut 1000 Jahre lang festgehalten
wurde!
Erst im Jahre 1910 wurde es endlich verboten.
~ * ~
Auch heute werden Frauen "gemacht". Ihr natürlicher Körper
wird gewaltsam verändert.
Er wird aufgeschnitten, umgeformt, Fett abgesaugt, immer auf der Suche
nach dem noch perfekteren Äußeren.
Die Torheit und Eitelkeit der Menschen ist berghoch,
die Vernunft aber einem Sandkorne gleich.

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Beauty
ideals, the girl Tuk Tuk
Schönheitsideale, das Mädchen Tuk Tuk
2005
32cm / 12,5 inches
One of a kind
Einzelstück
Porcelain; partially gilded with 24k gold,
mohair, leather, silk
Porzellan; teilweise vergoldet mit 24karätigem Gold, Mohair,
Leder, Seide.
13 point Ball-jointed
13 Gelenke
Private collection / Privatsammlung
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