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_________ Der Nestreport __________
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~ Prolog Ein war ein lauer Samstagmorgen im Sommer des Jahres 2006. |
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Sie liegt auf dem Sparrenberg hoch über Bielefeld. Heute war es selbstverständlich auch nicht anders. Flohmarkt! |
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Es gab fast alles; Von Omas ausrangiertem Blumentopf mit Sprung, über Fahrradschläuche, abgetragenen Jeanshosen, bis hin zum antiken Waschtisch mit Marmorplatte und Porzellanschüssel.
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1 ~ Ein Schnäppchen mit Folgen Nachdem ich mich durch einige Bücherkisten gewühlt hatte, betrachtete
ich gerade eine entzückende silberne Zuckerdose, doch diese war fürs
Erste vergessen, als mein Blick auf ein altes Öllämpchen aus
Messing fiel. Es stand halb versteckt hinter einer auf dem Tisch liegenden
Kuckucksuhr mit nur einem Zeiger. Neugierig griff ich nach dem Gegenstand
- aus unerfindlichen Gründen fand ich ihn sehr inspirierend, er schien
mir zuzuflüstern: [I]Nimm mich mit! [/I], Die Lampe war viel schwerer
als erwartet, und leider auch sehr schmutzig und angelaufen. Um sich dieses
unscheinbar wirkende Lämpchen als hübsches Dekorationsobjekt
vorzustellen war schon viel Fantasie nötig. |
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Nachdem ich endlich ein weiches altes Tuch und die Polierpaste gefunden hatte, versuchte ich mich daran, meine süße kleine Neuerwerbung auf Hochglanz zu bringen. |
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Doch kaum hatte ich angefangen zu wienern, schlängelte sich plötzlich
ein dünner Rauchfaden aus der Spitze. Vor lauter Schreck ließ
ich die Lampe fallen. Der ausströmende Rauch verdichtete sich und
nahm die Gestalt eines kleinen, merkwürdig gekleideten Mannes mit
einer noch seltsameren Haartracht an. Wenn ich meinen Augen trauen wollte, dann saß da tatsächlich
ein echter Dschinn - den es eigentlich nur in Märchen hätte
geben dürfen. Mir schlug das Herz bis zum Hals; sicherlich schaute
ich mindestens ebenso verdattert drein, wie der Dschinn ängstlich. |
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"Ich bin Doran", sagte er, "und ich war ein paar hundert Jahre in der Lampe eingesperrt." "Und warum?" fragte ich verwundert und bevor ich mich versah
war auch schon "Kannst du denn auch Wünsche erfüllen?"
heraus. |
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Doran bestätigte mir, dass die alten Erzählungen nicht logen - jeder, der einen Dschinn befreite, hatte drei Wünsche frei. Allerdings riet er mir dringend, von diesen abzusehen, selbst als er mir die Lampe wieder aushändigte. Er hatte wohl etwas Vertrauen zu mir gefasst. Natürlich verriet ich ihm nicht, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, wie ich ihn wieder in sein "Gefängnis" schicken konnte - selbst wenn ich das gewollt hätte. Ich musste mir eingestehen, dass er mir noch immer ein wenig Angst machte. Dennoch, Wünsche erfüllt zu bekommen war schon etwas, was ich mir nicht entgehen lassen wollte. "Was könnte denn schief gehen?" "Ziemlich viel, zumindest in meinem Fall...", brachte Doran heraus. Er schaute er sich um, offensichtlich wollte er von diesem für ihn unangenehmen Thema ablenken: "Schon Ewigkeiten habe ich keine Blumen gesehen... darf ich in den Garten hinaus?" |
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"Warum nicht, natürlich... schau dich um..." Ich schob ihm die Wintergartentür auf und er lief hinaus. Fasziniert beobachtete ich, wie er sich ebenso fasziniert umsah, an
allen möglichen Blüten schnupperte, und letztendlich die Vogeltränke
entdeckte. |
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"Das Wasser fühlt sich gut an.", |
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"Ich hatte in all den Jahren beinahe vergessen, wie schön die Welt ist", seufzte der Dschinn und eine Träne lief ihm über die Wange. |
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"D-darf ich hier bleiben? |
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Diese Geschehnisse sind jetzt beinahe ein Jahr her. Wer hätte angesichts dieser schüchternen Bitte schon nein sagen können? Doran hatte sich inzwischen gut im Nest eingelebt und fühlte sich hier sichtlich wohl. Für mich war es eine große Umstellung, plötzlich einen Dschinn im Haus zu haben. Der scheue kleine Mann verfügte über unheimliche Kräfte. Mir nichts dir nichts, konnte er sich in Rauch auflösen, und ebenso schnell an einem ganz anderen Ort, wie aus dem Nichts, erscheinen. Einmal hatte er mich so erschreckt, dass er mir versprechen musste, dieses im Haus sein zu lassen. Bevor mir irgendwann noch das Herz stehen bleibt. Meine drei Wünsche hatte ich mir noch ein wenig aufgehoben... ~ * ~
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Abspann
Der Nestreport berichtet über die wahren und aufrührenden
Begebenheiten in Vogelnest. Text und Bilder: ©Sabine Vogel |
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