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Der Nestreport __________
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Kaum hatte Manuel die Tür der Hütte erreichte wurde sie Ihm gegenüber erschien ein schlanker Mann, Mitte vierzig, mit lagen,
schwarzen, ungepflegten Haaren und ungewöhnlich blasser Hautfarbe.
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Nachdem seine ebenholzfarbenen Augen Manuel überrascht gemustert hatten,
als habe er jemand anderen erwartet, legte sich ein äußerst abweisender
Ausdruck auf sein Gesicht. |
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Sie stellte zwei, von einem Muster eingefasste Zahlen dar. |
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Jeder Strafgefangene, der aus der Haft entlassen wurde und Denn die Elf stand für... |
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„...Verbrecher der übelsten Sorte!“
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Nur mühsam hob Manuel den Kopf und bemerkte, dass der |
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‚Er hat es gehört!’, dachte Manuel und sein Magen verkrampfte sich. Fieberhaft überlegte er, wie er die verfahrene Situation retten könnte.
Da fiel ihm ein, dass er ja eigentlich hier war, um das Buch zurückzubringen.
„Äh... Hallo... bin ich hier richtig bei... Vladius? |
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„Warum bringt Doran es nicht selbst zurück?“, fragte Vladius argwöhnisch.
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Obwohl das nicht die Reaktion war, die er erwartet hatte, ließ Vladius sich seine Enttäuschung nicht anmerken. Stattdessen lehnte er sich mit dem Rücken an den Türrahmen und betrachtete das Buch. Die lose Seite schaute deutlich zwischen den Anderen hervor. Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich schlagartig - so weit das noch möglich war - und Manuel überlegte kurz, ob es an der Zeit sei, jetzt die Flucht zu ergreifen. „Was -“, fragte Vladius gefährlich leise, „- soll das bedeuten? Seine Augen funkelten wütend und bohrten sich in jene Manuels. |
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Manuel hielt dem Blick stand und spürte aber, wie ihm die Wut „Keine Ahnung.“ Entgegnete er ruppig, strich sich eine Strähne seines langen, blonden Haares aus dem Gesicht und zuckte mit den Achseln.
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„Doran hat mir das Buch samt der losen Seite in die Hand gedrückt und
ist dann schnell weg. Vielleicht gehört sie ja gar nicht da rein. Ich
habe ihm nur versprochen, es zurückzubringen. Und außerdem -“ ,
fügte Manuel lauter hinzu und ballte die Fäuste, weil er allmählich immer
wütender wurde. „- wenn damit irgendwas nicht stimmt, dann mach das mit
Doran aus. |
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„Ach... tatsächlich...“ grinste Vladius und flüsterte höhnisch,
„...da hab ich jetzt aber Angst!“ Ihm schien das Ganze reichlich Spaß
zu machen. Dann fuhr er mit zu Schlitzen verengten Augen fort. „Erstens;
niemand hat das Recht, mich einfach so zu duzen, ein verlotterter
Landstreicher schon gar nicht. |
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Weiter kam er nicht. Manuels Faust schnellte vor und traf den völlig
überrumpelten Vladius wie aus dem Nichts mit voller Wucht am Kinn. Er
verdrehte die Augen, wurde bewusstlos und rutschte ganz langsam am Türrahmen
herunter, während ihm ein dünnes Rinnsal Blut aus der Nase lief. Vladius lag quer über der Türschwelle, das Buch immer noch in den Händen. In einer Ecke lag ein Stück Schaumstoff mit einem kleinen Kissen und
einer ordentlich zusammengefalteten Decke darauf - wohl das Schlaflager.
Als Ofen und Herd diente eine in Lehm und Steinen eingemauerte Blechbüchse,
in der ein kleines Feuer prasselte und dem Raum eine angenehme Wärme verlieh. |
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Manuel fischte ihm vorsichtig das blöde Buch, das an allem schuld war,
aus den Fingern, die es immer noch festhielten und legte es zum Bücherstapel
auf den Sekretär. |
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Als selbiger langsam wieder zu sich kam und stöhnend die Augen öffnete... |
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... kramte Manuel in seiner Manteltasche nach einem Taschentuch, tippte
dem Verletzten vorsichtig auf die Schulter und reichte es ihm. Jedenfalls
hatte er das vor, doch Vladius schlug seine Hand mit einem merkwürdigen,
panikartigen Gesichtsausdruck weg und rutschte mit einem hastigen Satz
außer Reichweite. |
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Als das Tor quietschend hinter Manuel ins Schloss fiel, betastete Vladius seine Nase und das schmerzende Kinn. Im Stillen beglückwünschte er sich zu seinem neuen traurigen Rekord:
Tatsächlich hatte er es jetzt innerhalb von höchstens fünf Minuten geschafft,
jemanden so sehr gegen sich aufzubringen, dass dieser sogar zuschlug. Er hatte es total vermasselt... wieder einmal. |
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Er zog die Knie an und lehnte sich leise seufzend an den Türrahmen. Dann würde alle sofort die Flucht vor ihm ergreifen und nicht erst, wenn
sie sein neues Tattoo sahen.
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Vladius drehte das blutige Tuch, faltete es neu zusammen und presste es wieder unter die Nase. Er hoffte, dass er es sich mit Doran nicht verscherzt hatte,
weil er sich dessen Freund gegenüber so unhöflich verhalten hatte und
fragte sich, wohin Doran wohl so schnell musste. ~*~ |
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Abspann
Der Nestreport berichtet über die wahren und aufrührenden
Begebenheiten in Vogelnest. Text und Bilder: ©Sabine Vogel |
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